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/ ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

„Unreife Trauben mit Alkohol versetzt, Zucker dazu, stehen lassen. Vor dem Trinken mit Wasser aufspritzen.“, heisst es stichwortartig in einem alten, vergilbten Kochbuch, gefunden am Riegelhof in Prein an der Rax. Die Jahreszahl 1906 ist zu erkennen. Das Kochbuch gehörte einer böhmischen Köchin, die Villa, in der es liegt, ihrem Arbeitgeber, dem bekannten österreichischen Schriftsteller Heimito von Doderer. Als Mitglied der feinen Wiener Gesellschaft zog er – wie zur Jahrhundertwende üblich – zeitlebens zur Sommerfrische auf seinen Landsitz in der Rax-Region. Dort genoss er die Freuden des Landlebens und ließ sich von seiner Köchin mit erfrischenden Drinks aus dem Saft unreifer Trauben verwöhnen. 

 

Die Trauben, die Doderers Köchin für ihr Gebräu verwendete, kamen vermutlich aus der Region rund um Reichenau, wo die Mönche des Stifts Gloggnitz bereits im 11. Jahrhundert Weinbau betrieben. Laut Überlieferungen allerdings mit mässigem Erfolg. Die klimatischen Bedingungen waren widrig und die Früchte wurden nicht immer reif. Für die Herstellung von Verjus, dem Saft aus unreifen Trauben, eigneten sie sich allerdings hervorragend. Und die Mönche waren erfinderisch. Sie mischten den Traubensaft mit Zucker, Alkohol und Wasser zu einem wohlschmeckenden Getränk. Diese aussergewöhnliche Mixtur war wohl auch der Köchin des Riegelhofes bekannt.

 

2016 gelangt das historische Kochbuch in die Hände des Reichenauer Getränkeexperten Johannes Ribeiro da Silva. Die Aufzeichnungen für ein Getränk basierend auf dem Saft unreifer Trauben wecken das Interesse des Nostalgikers. Die Idee, die alte Tradition wiederzubeleben und ein zeitgemässes Getränk mit Verjus zu kreieren, war schnell geboren. Nur ein halbes Jahr danach ist eine neue Rezeptur gefunden und so wird genau 110 Jahre später ein neuartiges, leicht alkoholisches Erfrischungsgetränk auf Basis von Verjus aus der Taufe gehoben. Sein Name: SILVA – ein neuer In-Drink mit traditionsreicher Geschichte.

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